Stadtentwicklung und Infrastruktur

Stadtentwicklung

Zum Wohlfühlen in den Ortschaften braucht es lebendige Ortskerne. Die kleinteilige, gewachsene Gewerbe- und Handelsstruktur heißt es daher zu erhalten und Bedingungen zu schaffen, dass sie von kleinen Unternehmen vervollständigt wird.

Die bestehenden Flächennutzungspläne von Kurort Hartha, Tharandt und Pohrsdorf sollen überarbeitet werden und zu einem Flächennutzungsplan für die gesamte Stadt zusammengefasst werden.

Bei Ausgliederungen aus Landschafts- und Naturschutzgebieten ist anderer Stelle adäquater Ersatz durch Neuausweisung zu schaffen.

Neue Versiegelungen von Flächen sind vorrangig durch Entsiegelung in möglichst engem räumlichen Zusammenhang auszugleichen. Das dient auch der Hochwasservorsorge.

Neue Bauplätze sollen vorrangig durch innerörtliche Verdichtung entstehen und kompakte Bebauung erhalten. Eine Umwandlung landwirtschaftlich genutzter Flächen in Bauland lehnen wir ausdrücklich ab.

Bei Neuausweisung von Baugrund soll durch Ausrichtung und Gebäudeformen die Nutzung von solares Bauen begünstigt werden. Bei Neubau ist Solarenergienutzung verbindlich vorzuschreiben.

Bei städtischen Bauprojekten sollen die Kriterien des nachhaltigen Bauens konsequent umgesetzt und auf regionale Baustoffe zurückgegriffen werden. Auch beim Abschluss von städtebaulichen Verträgen zwischen der Stadt und privaten Bauherren.sollen diese Kriterien verbindlich vereinbart werden.

Weitere Discountmärkte in den Ortschaften lehnen wir ab.

Wir sprechen uns für den Erhalt der historischen, stadt- bzw. dorfbildprägenden Gebäudesubstanz aus. Dies kann natürlich nur von den Eigentümern selbst in die Hand genommen werden. In den letzten Jahren ist hier viel passiert, neben Neubau gibt es kaum noch ein Altobjekt, das nicht Liebhaber oder Investoren gefunden hat. Fördermittelbürokratie und finanzielle Schwierigkeiten dämpfen den Elan.

Wir möchten unterstützend und vernetzend wirken. Neben den Gebäuden werden steigende Anforderungen an den öffentlichen Freiraum gestellt. Einladende, preiswerte und pflegeleichte Spiel- und Ruhezonen in die bestehende Infrastruktur zu integrieren, ist eines unserer Ziele für die weitere Stadtentwicklung (z.B. am Marktplatz Tharandt, vor dem Rathaus und im Stadtpark, auf dem Kurplatz Hartha oder im Forstpark, Parkplatz Pienner Straße 1- Platz des Naturmarktes Tharandter Wald).

Stadtgrün: mehr Blühflächen, keine Pestizide

Die von der Stadt gestalteten Flächen sollten blühenden und essbaren Charakter haben und von Nutzen für Insekten, Vögel und Menschen sein.

Wir sind der Meinung, dass Pestizide insbesondere Herbizide nicht zur Pflege bzw. Säuberung der Grünanlagen bzw. Straßenränder eingesetzt werden sollen. Sie schädigen die Gewässer und auch Vögel und Insekten, die damit in Berührung kommen.

Wirtschaft, Handel und Gewerbe samt Tourismus

Einzelhandel und Gastronomie, oft inhabergeführt und sehr individuell, laden in unserer Stadt zum Verweilen ein. Wo gibt es schon so viele Läden mit individuellem Sortiment, die nicht zu Ketten gehören, so dass es nicht dasselbe gibt wie überall, sondern liebevoll ausgewählte Produkte? Auch wenn wir in den letzten Monaten Zuwachs hatten, ist der Schwund beängstigend: Gaststätten schließen, Geschäfte finden keinen Nachfolger, von Bürgerinitiativen gewünschte Geschäfte werden nicht auskömmlich frequentiert. Der Schritt vom neben zum hauptberuflich Gewerbetreibenden ist extrem schwer. Hier wirken sachsen- bzw. bundesweite Bedingungen, doch wir denken, dass auch noch andere Dinge hineinspielen. Vernetzung, abgestimmte Sortimente, Koordinierung von Öffnungszeiten untereinander und mit Kundenwünschen können weiterhelfen. Wünsche zu erfassen und Konzepte zu entwickeln, das können wir als Bürgerinnen und Bürger der Stadt leisten .

Touristische Ziele gibt es viele in und um Tharandt, wie den Forstbotanischen Garten, den Tharandter Wald mit seiner vielfältigen Geologie. Sie werden hauptsächlich von Tagestouristen genutzt. Für die Tagestouristen, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen, müssen mit wenig Aufwand mehr Orientierung und Informationen am Bahnhof bereit gestellt werden schaffen.

Toristische Vermarktung der Stadt ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die von der Stadt allein nicht zu leisten ist. Hier bedarf es einer konstruktiven Zusammenarbeit und Vernetzung mit den Tourismusanbietern. Eine tourismusorientierte Verwendung der Einnahmen aus der Kurtaxe schafft Akzeptanz bei Vermietern und Touristen.

Verkehr für die Menschen

Das Leben in einer Stadt hängt von der Mobilität ihrer Menschen ab – wann und wie sie es wollen und brauchen.

Zur Sicherheit und Beruhigung der Ortskerne setzen wir uns für Tempo 30 in allen Ortskernen ein.

Radfahrer und Fußgänger sollen sich sicher in Tharandt bewegen können. Dazu braucht es vernetzte und zielorientierte Rad- und Fußwege, die die Sicherheit aus der Sicht des Radfahrers oder Fußgängers berücksichtigen. Dazu gehören vor allem auch die Schulwege der Kinder.

Oberste Priorität in der Umsetzung hat der endlich zu bauende Radweg Freital – Tharandt. Weitere Verzögerungen beim Bau sind inakzeptabel. Stattdessen wollen wir nach Wegen suchen, dass der Bau vor 2016 abgeschlossen werden kann. Dieser Radweg bedarf einer Weiterführung durch Tharandt und dann weiter Kurort Hartha bzw. Grumbach.

Weitere Verkehrsprojekte, die wir auf den Weg bringen wollen:

  • Rad- und Fußwege zwischen den Ortsteilen als sichere Vernetzung der Ortsteile .
  • weitere Querungshilfen für Fußgänger an viel befahrenen Straßen .
  • Verkehrsberuhigte Zonen müssen als verkehrsberuhigte Zonen wahrgenommen werden können und auch konsequent durchgesetzt werden.

Bei unweigerlichen Straßenbaumaßnahmen werden wir Verkehrslösungen mit Kreisverkehr statt Ampeln bevorzugen. Dies bringt Verkehrsberuhigung und -verflüssigung sowie Energieeinsparung.

Öffentlicher Nah- und Fernverkehr

Tharandt hat durch seine Lage an der Bahnlinie Dresden – Chemnitz und dem Umsteigepunkt zum Regionalverkehr samt P+R-Parkplatz gute Voraussetzungen für die Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel. Seit dem Wegfall der Halte in Freital Deuben und Klingenberg-Colmnitz auf der Regionalexpresslinie Dresden-Hof/Nürnberg ist der Tharandter Bahnhof der zentrale Umsteigepunkt in der Region. Dem werden die Busfahrpläne bislang nicht gerecht.

Für diese Verbesserungen im ÖPNV-Angebot setzen wir uns ein:

  • bedarfsgerechte Nachtverbindung Dresden – Tharandt mit direkter Verbindung ins Stadtzentrum Dresden und in alle Ortschaften der Stadt Tharandt. Denkbar wäre hier auch ein Anrufsammeltaxi ab Freital-Deuben mit direktem Übergang von der Linie A
  • Anbindung des Ortsteils Großopitz ans städtische ÖPNV-Netz, z.B. über Anrufsammeltaxi.
  • Rückverlegung der Linie 400 Dresden-Annaberg über Tharandt, Kurort Hartha, Grillenburg
  • Bus-Verbindung nach Grumbach/Wilsdruff häufiger und an die Schulzeiten aller anliegenden Schulen angepasst
  • Das Carsharing-Angebot in Tharandt soll ausgebaut und auf weitere Ortschaften der Stadt ausgedehnt werden. Die Stadt soll Mitglied beim örtlichen Carsharing-Abieter teilAuto werden.

Feuerwehr

Die Feuerwehren in der Stadt Tharandt werden mit der Anschaffung des neuen Fahrzeugs für Grillenburg einen sehr guten technischen Ausrüstungsgrad erreicht haben, den es in den nächsten Jahren zu halten gilt.